CULTURE-BLUE

Rahmenbruch am Alu-Fahrrad Culture-Blue von Riese und Müller
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Erfahrungsbericht über einen Rahmenbruch am Alurahmen eines Culture-Blue Rades.

Beim Überqueren einer viel befahrenen Kreuzung hatte meine Frau mit den Pedalen plötzlich Bodenbrührung und stürzte.
Die Ursache lag in einem Rahmenbruch am Tretlager, an allen Schweißnähten war das Rahmenrohr eingerissen.

Zum Glück ist meine Frau sportlich genug, um den Sturz relativ unbeschadet zu überstehen,
auch die Fahrer der Kraftfahrzeuge waren rücksichtsvoll und fuhren auf der Kreuzung um sie herum.

Das Fahrrad hat meiner Frau 10 Jahre lang zu Einkaufsfahrten gedient, ohne dabei jemals übermäßig beansprucht worden zu sein.
Das Körpergewicht meiner Frau liegt knapp über 60 kg und die Straßen hier sind in gutem Zustand,
den Fahrstil meiner Frau muss man als sehr defensiv bezeichnen.
Radtouren und Bergfahrten wurden mit dem Rad nie unternommen.
Hohe Bordsteine sind trotz der Federung des Rades für uns Tabu, die Felgen sind auch in einwandfreiem Zustand.

Als wir mit dem Rad beim Händler unseres Vertrauens vorsprachen, machte er uns Hoffnung auf eine kulante Reparatur,
schließlich stammt das Rad von einem namhaften deutschen Hersteller,
dessen Räder der Händler eigentlich auch weiterhin verkaufen wollte.
Letztlich konnte er uns aber nur 10% Rabatt des Herstellers auf den Rahmen heraushandeln,
die umfangreichen Umbauten konnte er verständlicherweise nicht auf eigene Kosten übernehmen ...
Das war uns aber, für einen letztlich höchstwahrscheinlich fehlerhaft konstruierten oder gefertigten Rahmen, zu teuer.

Inzwischen habe ich erfahren, dass es wohl häufiger Rahmenbrüche bei diesem Typ gab
und dass inzwischen die Konstruktion mehrfach verbessert worden sei.
Bei einem Rad dieser Preisklasse sollte man allerdinge eine Lebensdauer von über 10 Jahren erwarten können.

Bild links: Blick von unten in die gerisseneTretlager-Befestigung.
Man kann die drei eingerissenen Schweißnähte erkennen.

Das Problem scheint zum Einen bei den schlechten Materialermüdungs-Eigenschaften von Aluminium zu liegen, zum Anderen lässt sich Aluminium schlecht schweißen.

Diese Rahmenkonstruktion weist aber gerade im kritischen Kraftknoten um das Tretlager ein Vielzahl von Schweißnähten auf, die zudem nicht rund um das Rohr laufen.

In der zugbelasteten unteren Zone sind die Rohre offen! Die Schweißnähte enden hier.
Hier bieten sich vilefältige Ansatzpunkte für Risse in dem weichen und durch die Öffnungen geschwächten Material.

Mit meinem beschränkten Fachwissen und dieser Erfahrung erlaube ich mir allerdings, diese Konstruktion als zu schwach für den Alltagsgebrauch zu bezeichnen. Diese Konstruktion verträgt gerade einmal ein paar Sonntag-Nachmittagssausflüge eines Rentners, danach sollte man das Rad sicherheitshalber ausmustern.

 

 

 

Was bleibt also anderes übrig, als selbst zu reparieren, wenn man die vielen teuren Komponenten nicht einfach wegwerfen will?

Alu-Schweißen ist nicht einfach und erfordert ein teures WIG-Schutzgas-Schweißgerät.
Mit einem solchen Gerät habe ich die alten Nähte nachgeschweißt,
die drei Risse neu verschweißt und ein Warzenblech zur Verstärkung eingeschweißt.

Mit dem Umbau der Komponenten hat mich das einen ganzen Tag Arbeit gekostet.

Da dies meine erste Übung im Aluschweißen war, ist das nicht besonders schön geworden,
hat aber meine energischen Belastungstests bisher bestanden, ich bringe 80 kg auf die Waage.
Meine Frau lasse ich natürlich nicht mehr damit fahren, auch nicht mehr mit einem neuen Fahrrad dieser Bauart. (Globt sei halt doch der alte der Diamant-Rahmen)

Jetzt fahre ICH damit zum Einkaufen und treffe dabei ab und zu auf Interessierte und Betroffene.

 

 

 

Zur Nachahmung möchte ich diese Reparatur aber nicht empfehlen, es sei denn, sie wird von einem geübteren Schweißer ausgeführt.

Michael Joachim, Juli 2011, Impressum

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